Silberlegierungen für die Schmuckherstellung: Feingehalte und Eigenschaften.
Hauptgrund für die Verwendung von Silberlegierungen ist der Wunsch nach einer größeren Festigkeit des Materials. Das wichtigste Legierungsmetall ist Kupfer, das in geringen Gehalten die Silberfarbe nicht beeinträchtigt. Für Schmuck verwendet man bevorzugt Legierungen mit einem Silbergehalt ab 900/000. Diese Angabe besagt, dass in dem betreffenden Material (mindestens) 900 Tausendstel Silber enthalten sind. Zur Kennzeichnung wird in Silberteile ein Stempel mit der Feingehaltszahl (Promille-Zahl) eingeschlagen. Die Silbermenge in g in einem bestimmten Gegenstand ergibt sich durch Multiplikation seiner Masse (seines Gewichtes) in kg mit der Feingehaltszahl. Heutzutage sind folgende Legierungen geläufig:
935/000 schöne Silberfarbe, relativ anlaufbeständig
925/000 Sterlingsilber praktisch wie 935er
900/000 Top-Qualität für Besteck und Geräte
835/000 für billigen Fabrikschmuck und Nippes
800/000 gelbliche, leicht anlaufende Besteckqualität
In sehr alten Silberteilen findet man statt eines Promille-Stempels
Zahlen zwischen 8 und 15. Diese beziehen sich auf die alte Maßeinheit
Lot mit der Bezugsgröße 16 für reines Silber.
Eine 8-lötige Teekanne besteht also zur Hälfte aus Silber.
Obwohl Silber ein schönes und recht preisgünstiges Material ist,
macht es sich durch das Anlaufen unbeliebt.
Diese Eigenschaft vererbt es auch an seine Legierungen,
sogar an die 333er Goldlegierungen.
Mit steigendem Kupfergehalt kommt noch die Bildung des ebenfalls schwärzlichen
Kupferoxids hinzu. Oder es entsteht im Kontakt mit organischen Säuren
Kupfercarbonat (Grünspan).
Die billigste, aber etwas mühsame Gegenmaßnahme ist das Putzen, die nachhaltigste
wäre die Verwendung einer anlaufbeständigen Legierung.
Alles andere ist Notbehelf (alias Murks), nur in Ausnahmefällen zu gebrauchen.
Neusilber
enthält zwar kein Silber, verfärbt sich aber trotzdem.
Ursache ist der hohe Kupfergehalt dieser Kupfer-Nickel-Zink-Legierung.
Neusilber eignet sich gut zu versilbertem Tafelgerät und Besteck, steht da aber
in Konkurrenz zum Edelstahl, der nun wirklich nicht anläuft.
Eine anlaufbeständige Silberlegierung gibt es zwar auch:
sie besteht aus