Silberlegierungen für die Schmuckherstellung: Feingehalte und Eigenschaften.

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Silberlegierungen


INHALT: Handelsübliche Legierungen für Silberschmuck, Silber-Kupfer, Silber-Palladium, Feingehalt, Anlaufen, Anlaufschutz, Neusilber.

Hauptgrund für die Verwendung von Silberlegierungen ist der Wunsch nach einer größeren Widerstandsfähigkeit gegen Bruch. Mit steigender Festigkeit nimmt i.a. auch der Umformwiderstand zu. Man unterscheidet einerseits die Festigkeit bei unterschiedlicher Beanspruchung, z.B. Zug- oder Biegefestigkeit, andererseits in Abhängigkeit von der Temperatur Warm- und Kaltfestigkeit. Festigkeit des Materials. Das wichtigste Legierungsmetall ist Kupfer, das in geringen Gehalten die Silberfarbe nicht beeinträchtigt. Für Schmuck verwendet man bevorzugt Eine Mischung aus mindestens einem Metall und einem oder mehreren anderen Elementen, meist ebenfalls Metallen. Der Hauptbestandteil der Legierung heißt Grundmetall, alle anderen absichtlich beigefügten Bestandteile Zusätze. Unerwünschte oder zufällige Begleiter sind Verunreinigungen. Legierungsbildung ist nur möglich, wenn die Zusätze sich bei der Produktionstemperatur im Grundmetall lösen. Legierungen mit einem Silbergehalt ab 900/000. Diese Angabe besagt, dass in dem betreffenden Material (mindestens) 900 Tausendstel Silber enthalten sind. Zur Kennzeichnung wird in Silberteile ein Stempel mit der Feingehaltszahl (Promille-Zahl) eingeschlagen. Die Silbermenge in g in einem bestimmten Gegenstand ergibt sich durch Multiplikation seiner Masse (seines Gewichtes) in kg mit der Feingehaltszahl. Heutzutage sind folgende Legierungen geläufig:

935/000     schöne Silberfarbe, relativ anlaufbeständig

925/000     „Sterlingsilber” praktisch wie 935er

900/000     Top-Qualität für Besteck und Geräte

835/000     für „billigen” Fabrikschmuck und Nippes

800/000     gelbliche, leicht anlaufende Besteckqualität

In sehr alten Silberteilen findet man statt eines Promille-Stempels Zahlen zwischen 8 und 15. Diese beziehen sich auf die alte Maßeinheit Lot mit der Bezugsgröße 16 für reines Silber. Eine „8-lötige” Teekanne besteht also zur Hälfte aus Silber.

Obwohl Silber ein schönes und recht preisgünstiges Material ist, macht es sich durch das Anlaufen unbeliebt. Diese Eigenschaft vererbt es auch an seine Legierungen, sogar an die 333er Goldlegierungen. Mit steigendem Kupfergehalt kommt noch die Bildung des ebenfalls schwärzlichen Kupferoxids hinzu. Oder es entsteht im Kontakt mit organischen Säuren Kupfercarbonat (Grünspan). Die billigste, aber etwas mühsame Gegenmaßnahme ist das Putzen, die nachhaltigste wäre die Verwendung einer anlaufbeständigen Legierung. Alles andere ist Notbehelf (alias Murks), nur in Ausnahmefällen zu gebrauchen.

Eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung von silberähnlicher Farbe, die sich leicht bearbeiten und gut versilbern oder vergolden lässt. Bevorzugtes Grundmetall für versilbertes Besteck, auch unter den Handelsnamen Alpaka, Argentan oder Alfénide bekannt. Neusilber enthält zwar kein Silber, verfärbt sich aber trotzdem. Ursache ist der hohe Kupfergehalt dieser Kupfer-Nickel-Zink-Legierung. Neusilber eignet sich gut zu versilbertem Tafelgerät und Besteck, steht da aber in Konkurrenz zum Edelstahl, der nun wirklich nicht anläuft.

Eine anlaufbeständige Silberlegierung gibt es zwar auch: sie besteht aus 700 Teilen Silber und 300 Teilen Palladium. Weil Palladium aber zur Zeit ähnlich teuer wie Gold ist, kostet dieses Material etwa soviel wie 333er Gelbgold. Da greifen die meisten doch lieber zum Putztuch.

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